Kartoffel unter Druck
Die Kartoffel ist ein Klassiker auf unseren Tellern. Erdäpfelsalat, Pommes oder Püree. Doch diese Selbstverständlichkeit gerät zunehmend unter Druck.
Unsichtbare Schäden, große Verluste
Ein zentrales Problem im Kartoffelanbau ist der Drahtwurm. Seine Fraßschäden sind oft erst bei der Ernte sichtbar. Jährlich werden deshalb in Österreich 20 bis 30 Prozent der Ernte aussortiert. Das bedeutet: Ein erheblicher Teil der eingesetzten Ressourcen wie Wasser, Energie und Arbeitszeit wird ohne Ertrag aufgewendet.
Weniger Werkzeuge gegen Krankheiten
Auch Krankheiten setzen der Kartoffel stark zu. Besonders die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den größten Risiken im Anbau. Gleichzeitig wird die Bekämpfung immer schwieriger, denn Wirkstoffe stehen nur mehr eingeschränkt zur Verfügung. Das erschwert eine stabile Produktion erheblich.
Wenn Schutz fehlt, steigt das Risiko
Neben Krankheiten und dem Drahtwurm spielen auch andere Schädlinge eine wichtige Rolle. Blattläuse übertragen Viren und gefährden besonders die Saatgutproduktion. Gleichzeitig fehlen wirksame Insektizide, um diese Virusüberträger zu kontrollieren. Auch bei der Krautreduktion und Reifesteuerung gibt es zunehmend Lücken im Wirkstoffportfolio. Für Landwirte bedeutet das: weniger Handlungsspielraum bei gleichzeitig steigenden Risiken. Letztes Jahr wurde die Anbaufläche zur Versorgungssicherung erhöht, was bei einer guten Ernte zum Preisverfall geführt hat. Heuer geht dementsprechend der Kartoffelanbau zurück und die Versorgung wird wieder zum Thema.
Versorgungssicherheit entsteht durch ein funktionierendes Gesamtsystem – vom Feld bis ins Regal. Die Entwicklungen im Kartoffelanbau zeigen deutlich: Stabile Ernten sind keine Selbstverständlichkeit.
Die Kartoffel steht stellvertretend für viele Herausforderungen in der Landwirtschaft. Mit der Ernennung zur Kulturpflanze des Jahres rücken wir genau diese Entwicklungen in den Fokus.