Vorbeugen hat Vorrang
Fruchtfolge und Sortenwahl zählen zu den wirkungsvollsten Werkzeugen im integrierten Pflanzenschutz.
Guter Pflanzenschutz beginnt nicht mit der Spritze, sondern mit dem Plan. Fruchtfolge und Sortenwahl zählen zu den wirkungsvollsten Werkzeugen und entscheiden darüber, wie hoch der Schädlings- und Krankheitsdruck im Bestand ist und wie oft später eingegriffen wird.
Warum Fruchtfolge so viel bewirkt
Fruchtfolge und Vielfalt sind wichtige Bausteine im Pflanzenschutz
Viele Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter sind auf bestimmte Kulturen spezialisiert. Werden dieselben Pflanzen über Jahre hinweg auf derselben Fläche angebaut, finden diese Schaderreger ideale Bedingungen vor. Sie können sich vermehren, im Boden oder in Pflanzenresten überdauern und im nächsten Jahr erneut zuschlagen.
Eine durchdachte Fruchtfolge unterbricht diesen Kreislauf. Durch den regelmäßigen Wechsel der Kulturen wird den Schaderregern die Lebensgrundlage entzogen. Der Befallsdruck sinkt. Gleichzeitig wird die Ausbreitung von Resistenzen gebremst, weil weniger und gezieltere Maßnahmen nötig sind.
Vorteile für Boden und Bestand
Fruchtfolgen wirken nicht nur gegen Schädlinge und Krankheiten. Unterschiedliche Kulturen nutzen Nährstoffe verschieden, lockern oder stabilisieren den Boden und beeinflussen das Bodenleben. Das verbessert die Bodenstruktur und fördert die Wasseraufnahme.
Sortenplanung: Kleine Unterschiede, große Wirkung
Neben der Kulturwahl spielt auch die Sortenentscheidung eine entscheidende Rolle. Sorten unterscheiden sich in ihrer Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, in ihrer Wuchskraft, in der Reifezeit und in ihrer Stresstoleranz. Robuste oder tolerante Sorten können den Bedarf an Pflanzenschutzmaßnahmen deutlich reduzieren.
Eine angepasste Sortenwahl ermöglicht außerdem, kritische Phasen zu entzerren. Unterschiedliche Reifezeiten oder Entwicklungsverläufe sorgen dafür, dass nicht alle Flächen gleichzeitig besonders anfällig sind. Das erleichtert die Beobachtung und erlaubt gezielteres Handeln.
Fruchtfolge und Sortenplanung erfordern Erfahrung und Wissen, sind aber zentrale Stellschrauben im integrierten Pflanzenschutz. Sie senken den Grunddruck im System und schaffen die Voraussetzung dafür, dass weitere Maßnahmen – mechanisch, biologisch oder chemisch – wirksamer und seltener eingesetzt werden können.
Guter Pflanzenschutz beginnt am Schreibtisch
und lange bevor das Feld betreten wird.