Gut geplant ist halb geschützt
Jetzt wird die Pflanzenschutzstrategie für die kommende Saison erstellt.
Der Februar ist für viele Landwirte eine entscheidende Phase. Draußen ruht die Vegetation noch weitgehend, doch im Hintergrund laufen wichtige Vorbereitungen. Dabei geht es nicht um einzelne Produkte, sondern um einen durchdachten Plan.
Was gehört zu einer Pflanzenschutzstrategie?
Im Februar werden Erfahrungen aus den Vorjahren ausgewertet, Risiken eingeschätzt und Maßnahmen geplant. Fruchtfolge, Sortenwahl, Bodenverhältnisse und bekannte Problemstellen fließen ebenso ein wie aktuelle Informationen zu Schaderregern, Prognosen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, Pflanzen möglichst gesund durch die Saison zu bringen und Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken.
Wie unterschiedlich diese Planung aussehen kann, zeigen drei Beispiele aus der Praxis:
Ölkürbis: Beim Ölkürbis liegt der Fokus stark auf der Vorbeugung. Fruchtfolge und Standortwahl sind entscheidend, da bodenbürtige Krankheiten und Unkräuter große Probleme verursachen können. Im Februar wird geprüft, auf welchen Flächen der Anbau sinnvoll ist und welche Vorkulturen geeignet waren. Auch das Unkrautmanagement wird frühzeitig geplant. Der Bestand wird von Beginn an konkurrenzstark gehalten, damit spätere Eingriffe reduziert werden können.
Getreide: Im Getreidebau beginnt die Strategie bereits mit dem Blick auf den Herbst und Winter. Überwinterung, Bestandsdichte und eventuelle Schäden durch Mäuse oder Krankheiten werden bewertet. Daraus ergibt sich, wie hoch das Risiko für Pilzkrankheiten oder Schädlingsbefall im Frühjahr ist. Die Strategie zielt darauf ab, Krankheiten früh zu erkennen und Pflanzenschutzmaßnahmen nur dann einzusetzen, wenn sie wirklich nötig sind.
Kartoffel: Die Kartoffel zählt zu den anspruchsvolleren Kulturen im Pflanzenschutz. Im Februar analysieren Betriebe, welche Krankheiten und Schädlinge im Vorjahr aufgetreten sind und wie hoch der regionale Druck ist. Sortenwahl, Pflanztermin und Bestandsführung werden darauf abgestimmt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Planung des Schutzes während der gesamten Vegetationsperiode. Da Kartoffeln lange im Feld stehen, ist eine kontinuierliche Beobachtung Teil der Strategie.
Eine gute Pflanzenschutzstrategie entsteht nicht kurzfristig, sondern durch Erfahrung, Wissen und sorgfältige Vorbereitung. Der Februar bietet dafür die nötige Ruhe, bevor die Arbeit am Feld wieder Fahrt aufnimmt.