Kein Wirkstoff ist auch keine Lösung

Krankheiten und Schädlinge lassen sich nicht „abschalten“. Fehlt ein wirksamer Wirkstoff, breiten sie sich ungehindert aus.

Pflanzenschutzmittel sind kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge, um Pflanzen vor Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern zu schützen. Wenn ein Wirkstoff nicht zugelassen oder nicht verlängert wird, bleibt das nicht ohne Folgen. Denn fehlende Werkzeuge bedeuten steigende Risiken vom Feld bis zum Einkaufskorb.

Reales Szenario

Krankheiten und Schädlinge lassen sich nicht „abschalten“. Fehlt ein wirksamer Wirkstoff, können sich Schaderreger ungehindert ausbreiten. Selbst bei konsequenter Anwendung vorbeugender und nicht-chemischer Maßnahmen stoßen Landwirte dann an Grenzen.

Wenn Risiken nicht mehr beherrschbar sind, werden

  • Anbauflächen reduziert

  • Kulturen aufgegeben

  • Investitionen zurückgestellt

  • und Betriebe verlieren Planungssicherheit

Gerade Sonderkulturen mit hohem Arbeitsaufwand und geringen Margen geraten so wirtschaftlich unter Druck.

Die Folgen sind stärkere und häufigere Befälle, geringere Erträge, Qualitätsverluste und lokale oder regionale Totalausfälle. Besonders betroffen sind Kulturen mit hohem Schädlingsdruck oder langer Standzeit im Feld.

Steigende Risiken für Betriebe

Für landwirtschaftliche Betriebe bedeuten Ernteverluste direkte Umsatzeinbußen. Fixkosten wie Pacht, Energie, Maschinen oder Arbeitskräfte bleiben bestehen, unabhängig davon, wie viel geerntet wird.

Versorgungssicherheit braucht Werkzeuge

Fehlen wirksame Wirkstoffe, steigt der Aufwand:

  • mehr mechanische Maßnahmen

  • häufigere Überfahrten

  • höherer Arbeitskräftebedarf

  • mehr Treibstoff- und Energiekosten

Diese zusätzlichen Kosten lassen sich nicht unbegrenzt abfedern. Sie schlagen sich früher oder später im Preis nieder.

Von der Landwirtschaft wird erwartet, qualitativ hochwertige, sichere und leistbare Lebensmittel zu produzieren und das unter hohen Umwelt- und Qualitätsstandards. Das funktioniert nur, wenn Anforderungen und verfügbare Werkzeuge zusammenpassen. Wer Wirkstoffe vom Markt nimmt oder nicht zulässt, ohne gleichwertige Alternativen bereitzustellen, erhöht das Risiko entlang der gesamten Kette.

Geringere Ernten und höhere Produktionskosten führen zu:

  • knapperem Angebot

  • stärkerer Abhängigkeit von Importen

  • längeren Transportwegen

  • steigenden Lebensmittelpreisen

Regionale Produkte werden seltener und teurer.

Planbarkeit statt Unsicherheit

Zulassungsverfahren sind wichtig, um Sicherheit für Mensch und Umwelt zu gewährleisten. Gleichzeitig braucht es planbare, verlässliche Rahmenbedingungen, damit Innovationen rechtzeitig in der Praxis ankommen und bestehende Lücken geschlossen werden können. Denn eines ist klar:

Ohne ausreichende wirksame Mittel gibt es keine verlässliche Ernte und ohne verlässliche Ernte keine stabile Versorgung.

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Vorsicht, Einbrecher!