Biologische Vielfalt schaffen
Seit einigen Jahren berichten Wissenschaftler und Allgemein- und Fachmedien vermehrt über einen Rückgang der Biodiversität. Insbesondere der Bericht des Welt-Biodiversitätsrats (IPBES) zum Zustand der Ökosysteme und ihrer Artenvielfalt hat besorgniserregende Entwicklungen zutage gefördert. Dementsprechend herrschen über den Rückgang der globalen Artenvielfalt weitgehend Konsens und Besorgnis.
Lebensraumverlust als Hauptursache
Auch wenn der Rückgang der Biodiversität multifaktoriell bedingt ist, wird von Ökologen überzeugend der Verlust an geeigneten Lebensräumen als der wichtigste Faktor eingestuft. Lebensraum geht in erheblichem Maße durch Bebauung, Verstädterung und Landversiegelung sowie die Intensivierung der Landwirtschaft verloren. Weitere Faktoren sind Verkehr, Strukturveränderungen in der Landschaft, Flussbegradigungen, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Rodung von Hecken und Flurbereinigung.
Im öffentlichen Diskurs werden oft eindimensional die Landwirtschaft und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als Ursache angeführt. Doch in einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft, wie sie die Agrarlandschaft darstellt, ist die Biodiversität generell hoch, nicht zuletzt, weil im integrierten Pflanzenbau klare Regelungen und Anforderungen für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gelten.
Höherer Ertrag fördert Biodiversität
In der modernen Landwirtschaft konnten die Erntemengen pro Hektar gesteigert werden. Das geschah durch eine höhere Anbauintensität, ausgedrückt durch Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Düngemitteleinsatz. Andere Flächen bleiben dadurch außerhalb der Produktion und für die Natur erhalten. Zum Beispiel werden dadurch Korridore zwischen natürlichen Lebensräumen erhalten. Viele Insektenarten, Spinnen und Feldvögel profitieren von der Strukturvielfalt und dem Nahrungsangebot solcher Naturgebiete.