Unkrautkontrolle im Frühjahr

Wenn die Wintergerste im Frühjahr ins Wachstum geht, ist für den Gerstenbauer Zeit für einen genauen Blick.

Unkräuter konkurrieren mit der Gerste um Licht, Wasser und Nährstoffe. Besonders im frühen Entwicklungsstadium kann diese Konkurrenz das Wachstum bremsen und die Bestandsentwicklung beeinträchtigen. Deshalb wird diese Maßnahme bei der früh im Herbst gebauten Wintergerste meist auch schon im Herbst durchgeführt. Wenn das witterungsbedingt nicht geschehen konnte oder auf dem Gerstenfeld Frühjahrskeimer oder Disteln auftreten, ist die Kontrolle im Frühjahr besonders wichtig.

Eine sorgfältige Unkrautkontrolle hilft, den tatsächlichen Druck einzuschätzen.

 

Welche Arten treten typischerweise auf?

In Wintergerste finden sich häufig herbstkeimende Ungräser wie Windhalm oder Ackerfuchsschwanz sowie zweikeimblättrige Arten wie Vogelmiere, Ehrenpreis oder Kamille. Entscheidend ist nicht nur die Art, sondern auch das Entwicklungsstadium der Pflanzen. Je früher die Unkräuter erkannt werden, desto wirksamer lassen sie sich regulieren und das optimalerweise im Herbst.

 

Beurteilung als Grundlage für Entscheidungen

Die Unkrautbeurteilung umfasst:

  • War die Herbstbehandlung erfolgreich, oder ist eine Frühjahrskorrektur notwendig

  • Einschätzung der Befallsstärke (wie viele Pflanzen stehen pro Quadratmeter)

  • Bewertung des Entwicklungsstadiums (Entscheidung: welches Herbizid in welcher Aufwandmenge)

  • Berücksichtigung der Witterung

 Auf dieser Basis wird entschieden, ob und wann eine Maßnahme notwendig ist. Im integrierten Pflanzenschutz gilt: Vorbeugen, beobachten und nur eingreifen, wenn es erforderlich ist.

Die Unkrautkontrolle im Frühjahr ist in Kombination mit der Herbstbehandlung somit ein zentraler Baustein für stabile Erträge und eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Zurück
Zurück

Ernten sind kein Selbstläufer

Weiter
Weiter

Biologische Vielfalt schaffen