Leise Nager, große Löcher
Sie sind klein, scheu und meist unsichtbar. Und doch können sie enorme Schäden verursachen: Feld- und Wühlmäuse.
Feld- und Wühlmäuse gehören zu den wirtschaftlich relevantesten Schaderregern. Sie bilden 10 Generationen pro Jahr und aus 2 Mäusen werden in einer Saison über 1.000. Besonders im Winter richten sie oft unbemerkt große Schäden an. Für den Landwirt besonders bitter: Die Folgen zeigen sich erst Monate später.
Warum gerade im Winter problematisch?
Im Winter ruht die Vegetation. Für Mäuse gibt es daher weniger Nahrung an der Oberfläche. Durch den Mangel sind sie wenig wählerisch, aus Gourmet wird Gourmand. Auf der Speisekarte stehen Wurzeln, Halme und junge Pflanzen. Unter Schnee oder dichter Vegetation sind sie gut geschützt und hochaktiv und für Landwirte leider auch unsichtbar.
Während Felder scheinbar ruhig daliegen, fressen sich Mäuse durch Bestände und schwächen Kulturen von unten. Typische Anzeichen sind Kahlstellen am Feld, Löcher, Fraßgänge und -schäden, Nester oder lückige Bestände. Wird der Befall erst im Frühjahr sichtbar, sind viele Pflanzen bereits verloren. Lokal kann es zu Teil- oder Totalausfällen kommen.
Kampf ums Buffet: Welche Kulturen betroffen sind
Mäuse sind nicht wählerisch. Besonders gefährdet sind:
Wintergetreide wie Weizen, Gerste oder Roggen
Raps
Klee- und Luzerneflächen
Grünland
Obst- und Weingärten, wo sie Wurzeln und Rinde schädigen
Mäuse sind damit Nahrungskonkurrenten für den Menschen. Sie gefährden in Mäusejahren die regionale Versorgung mit Getreide, Obst, Wein und Futtermitteln. Wie andere Schädlinge auch, bedürfen sie daher einer Kontrolle. Greifvögel und Raubwild sowie auch Hauskatzen leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Damit sind auch sie Helden des Pflanzenschutzes.
Was gegen Mäuse hilft
Ein Mäusebefall lässt sich nicht kurzfristig „reparieren“. Wirksames Mäusemanagement setzt daher auf mehrere Bausteine:
Vorbeugung
strukturreiche Flächen gezielt managen
übermäßige Verfilzung vermeiden
Nützlinge wie Greifvögel fördern (z.B. Sitzstangen)
Kontrolle
Felder auch im Winter regelmäßig begehen
Mäuseaktivität frühzeitig erkennen
bei starkem Befall sachkundige und zugelassene Bekämpfungsmaßnahmen einsetzen
Wer den Winter nutzt, um Risiken zu erkennen und gegenzusteuern, legt den Grundstein für gesunde Bestände und stabile Erträge.