Was heißt hier integriert?!

Der integrierte Pflanzenschutz ist das Grundprinzip moderner Landwirtschaft. Aber was heißt das?

Der integrierte Pflanzenschutz beschreibt einen systematischen Ansatz, mit dem Pflanzen gesund gehalten, Erträge gesichert und Umwelt sowie Nützlinge geschont werden. Dabei geht es nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um das kluge Zusammenspiel verschiedener Werkzeuge. Wie in einem guten Text geht es also nicht nur um ein Wort, sondern das perfekte Zusammenspiel aller Wörter.

Vorbeugen, beobachten, gezielt handeln

 

Vorbeugen statt reparieren: Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger. Deshalb beginnt integrierter Pflanzenschutz lange vor dem ersten Befall mit standortgerechter Kultur- und Sortenwahl, durchdachter Fruchtfolge, ausgewogener Düngung und guter Bestandsführung. Wer den Schädlings- und Krankheitsdruck von Anfang an niedrig hält, muss später weniger eingreifen.

 

Beobachten statt auf Verdacht handeln: Nicht jeder Schädling und nicht jeder Fleck am Blatt ist ein Problem. Landwirte kontrollieren ihre Bestände regelmäßig und nutzen Prognosen, Warndienste und ihre Erfahrung, um den tatsächlichen Befallsdruck richtig einzuschätzen. Maßnahmen werden erst gesetzt, wenn ein wirtschaftlicher Schaden droht.

 

Nicht-chemische Maßnahmen haben Vorrang: Wo immer möglich, kommen zunächst nicht-chemische Methoden zum Einsatz. Maßnahmen wie Fruchtfolge, mechanische Verfahren, Förderung von Nützlingen oder biologische Lösungen stabilisieren das System und tragen dazu bei, das natürliche Gleichgewicht im Bestand zu erhalten.

 

Pflanzenschutzmittel gezielt einsetzen: Reichen vorbeugende und nicht-chemische Maßnahmen nicht aus, sind Pflanzenschutzmittel ein wichtiges und wirksames Werkzeug. Im integrierten Pflanzenschutz werden sie sachkundig, gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt und zwar zur richtigen Zeit und in der notwendigen Menge.

 

Lernen und weiterentwickeln

Integrierter Pflanzenschutz ist kein starres Regelwerk. Erfahrungen werden dokumentiert, Maßnahmen bewertet und Strategien laufend angepasst. So entsteht ein lernendes System, das sich an neue Herausforderungen anpasst. Es verbindet Produktivität, Umweltverantwortung und Praxisnähe und ermöglicht es, Pflanzen wirkungsvoll zu schützen.

Integrierter Pflanzenschutz heißt: Mit so wenig Eingriff wie möglich, aber so viel wie nötig.

Hier geht’s zum Factsheet über den integrierten Pflanzenschutz, in dem wir alle Bausteine im Detail erklären.

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