Zeit für die Feldbeurteilung

Im integrierten Pflanzenschutz spielt die Beurteilung der Flächen nach dem Winter eine zentrale Rolle.

Der Winter ist vorbei, doch die neue Saison beginnt nicht erst mit der Aussaat oder dem ersten Pflanzenschutzeinsatz. Im integrierten Pflanzenschutz entscheidet die Beurteilung der Flächen nach dem Winter darüber, wie gesund die Bestände in die Vegetationsperiode starten und welche Maßnahmen überhaupt notwendig werden. Wer jetzt genau hinschaut, kann Risiken früh erkennen, gezielt vorbeugen und spätere Eingriffe reduzieren.

Warum der Blick nach dem Winter so wichtig ist

Während der Wintermonate laufen viele Prozesse im Verborgenen ab. Schaderreger überwintern im Boden, in Pflanzenresten oder im Bestand. Gleichzeitig beeinflusst das Wetter die Bodenstruktur und die Pflanzengesundheit. Schäden zeigen sich oft erst im Frühjahr. Die Feldbeurteilung ist daher kein Kontrollgang, sondern eine strategische Entscheidungshilfe.

Ein zentraler Punkt ist die Feldhygiene. Erntereste, Ausfallgetreide oder überwinternde Unkräuter können als Brücke für Krankheiten und Schädlinge dienen. Auswinterungsschäden, lückige Bereiche, Verfärbungen oder faulige Pflanzenteile sind Hinweise auf mögliche Probleme wie Pilzkrankheiten oder Schädlingsbefall. Werden sie nicht erkannt und gemanagt, steigt der Befallsdruck in der neuen Saison deutlich an. Auch Randbereiche, Fahrgassen und angrenzende Flächen sollten in die Beurteilung einbezogen werden.

Bodenverhältnisse richtig einschätzen

Der Boden ist das Fundament jeder Kultur. Nach dem Winter gilt es zu prüfen, wie er die kalte Jahreszeit überstanden hat. Staunässe, Verdichtungen oder verschlämmte Oberflächen beeinträchtigen die Durchlüftung und das Wurzelwachstum, das schwächt die Pflanzen. Eine realistische Einschätzung der Bodenverhältnisse hilft dabei, Bearbeitungsschritte anzupassen und Stress für die Pflanzen zu vermeiden.

Die Feldbeurteilung liefert die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen im integrierten Pflanzenschutz. Diese Beobachtungen sind entscheidend, um spätere Maßnahmen zielgerichtet zu planen. So können mechanische, biologische oder chemische Maßnahmen gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Das reduziert den Aufwand, schont Ressourcen und erhöht die Wirksamkeit aller eingesetzten Maßnahmen.

 

Das gilt übrigens nicht nur für Landwirte, sondern auch im Garten!

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Vorbeugen hat Vorrang